Fragen & Antworten

Wie viele Kinder werden in Deutschland transplantiert?

Bis zu zehn Prozent aller Transplantationen werden bei Kindern durchgeführt. In den vergangenen Jahren waren das ca. 200-300 Kinder. Grund für die Transplantation sind meist angeborene Organfehlbildungen. Pro Jahr kommen 150 Kinder an die Dialyse, etwa zwei Drittel davon erhalten eine Spenderniere. Am zweithäufigsten ist auch bei Kindern die Lebertransplantation mit bis zu 90 Fällen pro Jahr. Oft werden mehr als 40 Kinder pro Jahr Herz- oder Herz-Lungen transplantiert.

Transplantationszahlen bei Kindern

Wie lange müssen Kinder im Durchschnitt auf ein Organ warten?

Die Wartezeit hängt vom Allgemeinzustand des Kindes, der Dringlichkeit auf der Warteliste und dem Alter des Kindes ab.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, ein Organ zu bekommen?

Die Spendebereitschaft in Deutschland ist nach wie vor zu gering. Bei der Nieren- und zunehmend der Lebertransplantation wird vermehrt auf die Lebendspende zurückgegriffen, um das Leiden auf der Warteliste zu verkürzen und das Leben des Kindes zu retten. Denn die durch die Dialyse eintretende Entwicklungsverzögerung beim Kind ist später kaum wieder aufzuholen. Bei der Lebertransplantation gibt es zudem die Möglichkeit, mit nur einer Spenderleber einem Erwachsenen und einem Kind auf der Warteliste zu helfen, da die Leber geteilt werden kann (sog. Splitleber-Verfahren). Aus diesem Grund sterben deutlich weniger Kinder auf der Warteliste für eine Lebertransplantation. Aber 30 Prozent der Kinder, die auf ein Herz warten, versterben während der Wartezeit.

Mehr Infos beim Verein leberkrankes Kind e.V.

Wie groß ist die Gefahr, dass das Organ abgestoßen wird?

Die Gefahr einer Abstoßung besteht zeitlebens, deshalb müssen transplantierte Kinder und auch Erwachsene immer und auch sehr regelmäßig Medikamente einnehmen, um die Stärke des eigenen Immunsystems ein wenig zu reduzieren und so einen „Kampf“ zwischen dem körpereigenen Immunsystem und dem neuen Organ zu verhindern. Dennoch ist es den Kindern möglich, ein weitgehend normales Leben zu führen.

Mehr über die Erfolgsaussichten von Organübertragungen

Inwiefern müssen organtransplantierte Kinder mehr auf ihren Körper achten als andere Kinder?

Organtransplantierte Kinder haben ein gesundes Organ erhalten, das in aller Regel einwandfrei arbeitet. Manche Kinder sind aufgrund der immunabwehr-reduzierenden Medikamente aber infektanfälliger. Aber wie bei gesunden Kindern auch, gibt es hier große Unterschiede.

Brauchen organtransplantierte Kinder auch psychologische Unterstützung?

Psychische Unterstützung ist in vielen Fällen wichtig, damit die Kinder das Erlebnis schwerer Krankheit und die Nähe zum Tod verarbeiten können. Auch bei der Lebendspende ist es wichtig, das Organ des Angehörigen nun als sein eigenes zu akzeptieren, um nicht in ein Abhängigkeitsgefühl zu geraten. Leider werden aus Kostendruck immer mehr Stellen im psychosozialen Bereich der Kliniken abgebaut. Eltern wissen dann häufig nicht, wo sie weitergehende Hilfen bekommen können.

Adressen von Hilfsmöglichkeiten oder Selbsthilfegruppen vor Ort können über KiO bezogen werden

Mehr Infos für Eltern geben folgende Broschüren:

„Das Leben mit einem herztransplantierten Kind“
(Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, aktualisierte Fassung 2015)

PDF-Download (1,3 MB)

 „Die Herztransplantation - Mehr als nur der Austausch eines Organs“
(Abteilung Kinderkardiologie am Klinikum Großhadern München)

PDF-Download (844 KB)