Pressemitteilung

03.12.2010

Bedeutender Transplantations-Preis für Kinderkrankenschwestern

Kinderhilfe Organtransplantation würdigt Lebensleistung von Pflegefachkräften
aus Hannover mit dem Helmut Werner-Preis / Verleihung im Gedenken an
früheren Mercedes-Chef in Berlin

Berlin, 3. Dezember 2010. Die Kinderhilfe Organtransplantation e.V. (KiO), eine Initiative des Vereins Sportler für Organspende, hat die Krankenschwestern Hanna Harste und Marcelina Plonka-Sobota von der Medizinischen Hochschule Hannover mit dem Helmut Werner-Preis ausgezeichnet. Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung erinnert an den 2004 verstorbenen früheren Mercedes-Chef Helmut Werner und wurde in Berlin im Rahmen einer Veranstaltung der Stiftung „Fürs Leben“ von Daimler-Chef Dr. Dieter Zetsche und dem KiO-Vorsitzenden Hans Wilhelm Gäb übergeben. KiO unterstützt organkranke Kinder und deren Familien vor und nach einer möglichen Transplantation in sozialen Notlagen.

Die Preisträgerinnen betreuen seit den Pioniertagen der Transplantationsmedizin in Hannover lebertransplantierte Kinder und Jugendliche. „Viel zu selten wird berücksichtigt, dass der Erfolg einer Transplantation nur durch ein eingespieltes multiprofessionelles Team gewährleistet werden kann, in dem neben der medizinischen Leistung die pflegerische Versorgung einen ebenso hohen Stellenwert einnimmt“, so Laudator Prof. Dr. Ulrich Baumann, Leiter des Zentrums für Pädiatrische Gastroenterologie, Hepatologie und Lebertransplantation an der MH Hannover.

Hanna Harste (56) ist seit 19 Jahren unmittelbar als Bereichsleitung der Pflege und Stationsschwester für die in Hannover transplantierten Kinder und Jugendlichen verantwortlich. Marcelina Plonka-Sobota (58) ist seit 1990 in Hannover leitende Ambulanzschwester für die Kinderlebertransplantation. „Sie haben über lange Jahre im Hintergrund mit großer fachlicher Kompetenz gearbeitet und dabei auch jene menschliche Wärme geschaffen, in der sich Patienten und Eltern sicher aufgehoben wissen. Ohne Mitarbeiter wie sie wären die bundesweiten Erfolge der Transplantationsmedizin nur schwer vorstellbar“, so Professor Baumann.

Der ehemalige Mercedes-Chef Helmut Werner, der im Jahr 2004 an den Folgen eines Leberversagens starb, hatte sich als Mitglied des Vereins Sportler für Organspende in besonderer Weise für die Transplantations-Medizin eingesetzt, konnte selbst aber nicht mehr rechtzeitig durch eine Organspende gerettet werden.

Dem Verein „Sportler für Organspende“ (VSO) gehören gehört eine Elite des deutschen Sports und der Medien an, darunter Franz Beckenbauer, Rosi Mittermaier, Franziska van Almsick, Henry Maske, Birgit Fischer, Timo Boll, Karl-Heinz Rummenigge, Günther Jauch, Reinhold Beckmann und Johannes B. Kerner.

Die Preisträgerinnen Hanna Harste (rechts) und Marcelina Plonka-Sobota mit Daimler-Chef Dr. Dieter Zetsche und der lebertransplantierten Sophia
Foto: Svea Pietschmann/DSO

Bisherige Helmut Werner-Preisträger:

2009: Dr. Ekkehard Sturm, Oberarzt, Universitätsklinik Tübingen.

2008: Prof. Dr. Heinrich Netz, Transplantationsmediziner, Klinikum München-Großhadern.

2007: Dr. Miriam Zimmering, Oberärztin Kindernephrologie, Charité Berlin.

2006: Prof. Dr. Martin Burdelski, Transplantationsmediziner, Uniklinik Hamburg-Eppendorf.

2005: Prof. Dr. Gisela Offner, Transplantationsmedizinerin, MH Hannover.

2005: Meike Franke, Kinderkrankenschwester, Uniklinik Hamburg-Eppendorf.

 

Kurzporträts und Fotos Preisträgerinnen

 Hanna Harste (56) ist seit 1973 Kinderkrankenschwester. An der MH Hannover ist sie seit 19 Jahren als Bereichsleitung der Pflege und Stationsschwester auf der Transplantationsstation unmittelbar für die pflegerische Versorgung transplantierter Kinder und Jugendlicher verantwortlich. Generationen von transplantierten Kindern und Jugendlichen und deren Eltern hat sie in dieser kritischen Zeit mit großer Kompetenz und Sorgfalt begleitet und ihnen darüber hinaus mit einem enormen persönlichen Einsatz auf dem Weg zur Gesundung in vielerlei Hinsicht beigestanden. Hanna Harste lässt sich bis heute noch immer vom persönlichen Schicksal der kleinen Patienten emotional berühren und ist mit ihrer professionellen Empathie gerade für viele Mütter eine große Stütze.

 Marcelina Plonka-Sobota (58) ist seit 1972 Kinderkrankenschwester. Seit 1990 ist sie an den MH Hannover als leitende Ambulanzschwester für die Kinderlebertransplantation zuständig. Zuvor war sie auf der Transplantationsstation der Kinderklinik mit diesem Spezialgebiet der Medizin in Kontakt gekommen. Ihr unermüdliches Interesse an den Kindern, ihr warmherziger und empathischer Einsatz auch für die Belange der Eltern, ihre immerwährende Freundlichkeit und Präsenz auch in äußerst angespannten Momenten, all das konnte sie auch im ambulanten Kontext fortführen und sie wurde somit quasi in vielfältiger Weise zum „Herzen“ der Transplantationsambulanz.

Fotos: Marc Theis/KiO

Stimmen von Eltern und Patienten zu den Preisträgerinnen

 „Sie sind immer für uns da, sie setzen sich immer für uns ein. Die hätten beide alle Preise dieser Welt verdient.“

Die Mutter von Marina (12 Jahre, 1999 transplantiert) über H. Harste und M. Plonka-Sobota.

 

„Sie hat ein so großes Herz, nicht nur für die Kinder, auch für uns Mütter. Sie spricht unsere Sprache, sie kennt unsere Sorgen und Ängste.“

Die Mutter von Cathleen (6 Jahre, 2004 transplantiert) über M. Plonka-Sobota.

 

„Die Station 64b wäre mir nie so positiv trotz der vielen Schmerzen und persönlichen Rückschläge in Erinnerung geblieben, wenn es nicht Schwestern wie sie geben würde.“

Harald (33 Jahre, erste Transplantation 1981, zweite Transplantation 1991) über H. Harste.

 

„Wir mögen ihre nette Art und dass sie unseren Kindern immer Mut macht und immer optimistisch ist. Ihre langjährige Erfahrung vermittelt uns ein Gefühl von Sicherheit.“

Der Vater von Margarete (8 Jahre, 2006 transplantiert) über M. Plonka-Sobota.

Die Sanduhr zum Helmut Werner-Preis

Organspende und Organtransplantation sind existenzielle Notsituationen, in denen in Sekunden Entscheidungen gefällt werden müssen. Es geht um Wartezeit, um die abgelaufene, um die verbleibende und um die zu gewinnende Zeit. Die Sanduhr zum Helmut Werner-Preis symbolisiert den dramatischen Gegensatz von Tod und Leben und bringt ihn mit berührenden Kinderschicksalen in Verbindung. Der verrinnende Sand zeigt den Lauf der Zeit bis hin zu einem absehbaren, ultimativen Ende. Aber es ist auch möglich, die Sanduhr umzukehren, neu in Gang zu setzen und eine neue Frist, einen neuen Zeitabschnitt zu gewinnen. Es entsteht ein Geben und Nehmen zwischen beiden Seiten. Die Sanduhr nimmt die Heiterkeit des KiO-Logos auf und weckt die Assoziation zu einem Kinderspielzeug. So wie im Logo das Herzsymbol einem Puzzlestück gleicht, so erscheint es in den beiden Enden der Sanduhr als sich einerseits entleerende und andererseits füllende Form.

Daten: Freitragende Glaskolbensanduhr, beidseitig mit lackierten Acryldeckeln und einem Acryl-Stecksockel, Gesamthöhe 300 mm. Deckel jeweils außenseitig mit erhabenem und innenseitig mit vertieften Herzsymbol. Füllung aus Quarzsand mit Orangeton.

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