23 Prozent mehr Organspenden in Deutschland seit 2004

05. November, 2007

Positive Trendmeldungen rund um die Organspende gab es am vergangenen Samstag bei der Mitgliederversammlung des Vereins Sportler für Organspende (VSO) in München. Prof. Dr. Günter Kirste, Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), berichtete, dass Organspenden in Deutschland im Zeitraum 2004 bis 2007 um 23 Prozent zugenommen haben. Pro Jahr spenden inzwischen über 1.300 Menschen ihre Organe, um Leben zu retten. Auch hat sich der Abruf von Organspendeausweisen über die VSO-Internetseite www.vso.de im vergangenen Jahr auf 1.200 pro Monat verdoppelt. Dennoch liegt die Zahl der benötigten Organe nach wie vor weit höher als die der gespendeten. Deshalb sterben in Deutschland jeden Tag drei Menschen, die auf ein lebensrettendes Organ hoffen.

Auf den Wartelisten der europäischen Verteilungsorganisation Eurotransplant stehen derzeit etwa 15.000 Patienten in Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Österreich, Slowenien und Kroatien. Dr. Axel Rahmel, Medizinischer Direktor von Eurotransplant, berichtete von einer deutlich gestiegenen Überlebenschance für Patienten, die auf eine Lebertransplantation warten. Nachdem im Dezember 2006 die Verteilungskriterien neuen medizinischen Erkenntnissen angepasst wurden, konnte die Sterblichkeitsrate der auf eine Transplantation wartenden Kranken nahezu halbiert werden. Statt bisher zwölf versterben jetzt noch 6,5 Prozent in den ersten sechs Monaten nach Aufnahme auf die Warteliste. Bei der neuen Regelung wird die Dringlichkeit einer Lebertransplantation mit Hilfe objektiver Laborwerte auf transparente Weise festgestellt. In den vergangenen 40 Jahren haben 122.000 Menschen ein Organ über die internationale Stiftung Eurotransplant erhalten, die mit Sitz im niederländischen Leiden für sieben Länder die Verteilung der gespendeten Organe koordiniert.