25 Jahre Sportler für Organspende

04. Juni, 2021

Eine Idee der Humanität: Franz Beckenbauer und Karl-Heinz Rummenigge, Stefanie Graf und Franziska van Almsick – sie gehörten zu den deutschen Sportgrößen, die sich vor 25 Jahren als „Sportler für Organspende“ versammelten und die Initiative von Hans Wilhelm Gäb unterstützten.

Der ehemalige Opel-Aufsichtsratschef, Sporthilfe-Vorsitzende und langjährige Präsident des Deutschen Tischtennis-Bundes war selbst betroffen. Ein Virus hatte sein Leber zerstört. Im Oktober 1994 rettete der Berliner Mediziner Professor Peter Neuhaus mit seinem Team Gäbs Leben durch eine Transplantation. Am 4. Juni 1996 stellten Gäb, Franz Beckenbauer für den FC Bayern München und der damalige Bundesgesundheitsminister Horst Seehofer anlässlich des Tags der Organspende die „Sportler für Organspende“ in der Bundespressekonferenz in Bonn vor. „Mit Kaiser Franz ins Rampenlicht“, titelte am Tag danach die Berliner Morgenpost. Gäb sagte damals: „Es ist naturgemäß selten, dass sich die Jungen, Starken und Erfolgreichen mit den Themen Krankheit und Tod befassen. Deswegen finde ich es großartig, dass Deutschlands Spitzensportler bereit sind, eine Idee der Humanität und Solidarität zu unterstützen.“



Am 4. Juni 1996 stellen Hans Wilhelm Gäb, Franz Beckenbauer für den FC Bayern München und der damalige Bundesgesundheitsminister Horst Seehofer (von rechts) anlässlich des Tags der Organspende die „Sportler für Organspende“ in der Bundespressekonferenz in Bonn vor


Wenig später bekam Gäb mit dem im Januar 1997 herztransplantierten Leichtathletik-Olympiasieger Hartwig Gauder einen starken und ideenreichen Partner zur Seite. Gemeinsam mit dem Frankfurter Kommunikationsexperten Manfred Birkholz wandelten sie die Initiative 1998 in einen gemeinnützigen Verein um. Bald machte eine Crème de la Crème des deutschen Sports breitenwirksam Werbung für die lebensrettende Idee. Mehr als 100 Olympiasieger, Weltmeister und Europameister traten den Sportlern für Organspende bei, gaben so anderen Bürgern ein Beispiel und den Kranken auf den Wartelisten Hoffnung. Zusammen mit ihnen setzen sich auch TV-Stars für die Organspende ein: Johannes B. Kerner, Günther Jauch, Reinhold Beckmann, Dieter Kürten, Waldemar Hartmann, Jan Hofer oder Jörg Wontorra.

Die Sportler für Organspende organisierten PR-Aktionen verschiedenster Art, etwa bei bedeutenden Sportveranstaltungen und Großereignissen. Dabei arbeitete man eng mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) zusammen. Dreimal gab es in der Fußball-Bundesliga einen „Spieltag für Organspende“, mehr als eine Million Organspendeausweise wurden verteilt. Auch der Deutsche Olympische Sportbund, der FC Bayern München, die Skyliners-Basketballer aus Frankfurt und Eintracht Frankfurt unterstützten bei Aktionen.

Um direkt helfen zu können, gründeten die Sportler für Organspende 2004 mit Hilfe der Familie des verstorbenen Mercedes-Chefs Helmut Werner die Kinderhilfe Organtransplantation e.V. (KiO). Seitdem unterstützt KiO Familien mit organkranken und transplantierten Kindern in finanzieller und sozialer Not mit Geld, Erholung und gutem Rat – bisher wurden mehr als fünf Millionen Euro an Spenden dafür gesammelt. Ende 2020 schlossen sich die Sportler für Organspende und KiO zu einem Verein zusammen: Kinderhilfe Organtransplantation – Sportler für Organspende e.V. Der nierentransplantierte Vereinsvorsitzende Reinhard Gödel sagt: „In unserem Hilfeverein kann nun jeder an der Seite von herausragenden Persönlichkeiten des deutschen Sports Flagge zeigen und selbst zum ‚Sportler für Organspende‘ werden. Wir sind jetzt 25 Jahre alt, aber weiterhin eine junge, sportliche Gemeinschaft.“

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