DOSB: Der deutsche Sport für Organspende

08. Juni, 2011

Der deutsche Sport nimmt gesellschaftspolitische Verantwortung wahr und bekennt sich zu einer lebensrettenden Idee. Anlässlich des Tages der Organspende am 4. Juni hat der DOSB seine 98 Mitgliedsorganisationen aufgerufen, sich mit diesem wichtigen Thema zu beschäftigen.

Unter dem Motto „Wir sind Sportler für Organspende“ wollen der gleichnamige Verein und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) die 27,5 Millionen Mitglieder in den 91.000 deutschen Sportvereinen motivieren, sich mit dem Thema Organspende auseinander zu setzen und ihre Entscheidung in einem Organspendausweis zu notieren.

„Zum Sport gehören Hilfsbereitschaft, Solidarität und Mitmenschlichkeit. Der DOSB will einen Anstoß geben, über das Thema nachzudenken und eine Entscheidung zu treffen. Ich habe dies getan: Ich bin ein Sportler für Organspende“, sagte Thomas Bach, Olympiasieger im Fechten und Präsident des DOSB, bei einer Pressekonferenz: „Enorm viele Menschen äußern sich mittlerweile positiv zur Organspende. Dies gilt allerdings nur solange, wie das Thema abstrakt bleibt. Wenn es darum geht, einen Organspendeausweis auszufüllen, sind die Zahlen leider immer noch nicht ausreichend. Der DOSB möchte dabei helfen, dass sich dies ändert. Für uns ist das ein Zeichen der Solidarität und des Mannschaftsgeistes im Sport.“

Weiter erklärte Bach: „Mit unseren 98 Mitgliedsorganisationen und deren Unterorganisationen werden wir über Anzeigen, Flyer, Internetauftritte und Veranstaltungen die Öffentlichkeitsarbeit des VSO unterstützen und versuchen, bei unseren Vereinen das Bewusstsein für das Thema zu wecken. Wir wollen vor allem erreichen, dass möglichst viele Menschen für sich persönlich eine Entscheidung zur Organspende treffen und einen Organspendeausweis beantragen. Auch wenn damit nur ein Leben gerettet werden könnte, wäre das Engagement des DOSB schon erfolgreich.“

Hans Wilhelm Gäb, der lebertransplantierte Vorsitzende des Vereins Sportler für Organspende (VSO) und langjährige Chef der Sporthilfe, sagte: „Der Verein Sportler für Organspende hat in den letzten Jahren mit Partnern wie der DFL, Unternehmen wie Daimler, Organisationen wie der Stiftung Deutsche Sporthilfe und Vereinen wie den Skyliners Frankfurt und dem FC Bayern zahlreiche aufmerksamkeitsstarke Werbeaktionen durchgeführt. Der DOSB hat von all diesen Partnern das größte Kommunikationspotenzial. Für sein Engagement gebührt ihm Respekt und Dank. Es besteht die Möglichkeit, die Kommunikation in eine ganz neue Dimension zu heben.“

Hartwig Gauder, der als Olympiasieger und Weltmeister im Gehen nach einer Virusinfektion ein neues Herz benötigte, dieses 1997 erhielt und danach die Marathons in New York und Berlin bestritt, machte deutlich, dass bis heute Glück dazu gehört, als Patient ein notwendiges Spenderorgan zu erhalten. Der Mangel dauere an. „Ich weiß, wie wertvoll die Kontakte und Möglichkeiten im Sport sind. Ich hoffe, dass wir damit der immer noch steigenden Zahl der auf Spenderorgane wartenden Patienten begegnen können. Spenderorgane sind Brücken ins Leben“, sagte Gauder.

Auch für Hockey-Olympiasiegerin Marion Rodewald ist es zur Selbstverständlichkeit geworden, einen Organspendeausweis zu tragen. Es war die Lebensgeschichte von Hartwig Gauder, die sie entscheidend sensibilisiert hat: „Als Spitzensportlerin möchte ich dazu beitragen, dass sich die Bereitschaft zur Organspende erhöht und es zu einem Bewusstseinswandel bei diesem Thema kommt. Organspende muss mit dem positiven Gefühl verknüpft werden, im Todesfall in einem anderen Menschen weiterleben zu können.“ Rodewald wies dabei insbesondere auf das Schicksal transplantationsbedürftiger Kinder hin. Ein passendes Spenderorgan für sie zu finden ist heute noch ungleich schwieriger als die ohnehin schon schwere Suche bei Erwachsenen. Mit der Kinderhilfe Organtransplantation widmet sie sich deren Schicksal und versucht zusammen mit anderen Spitzensportlern darüber hinaus den Betroffenen und ihren Angehörigen neue Lebensfreude zu vermitteln.

Das Bild zeigt von links Marion Rodewald, Hartwig Gauder, Thomas Bach und Hans Wilhelm Gäb (Foto: Picture Alliance).