Rebecca: KiO hilft

11. September, 2015

Woche für Woche treffen bei KiO Anträge auf finanzielle Unterstützung von organkranken Kindern und ihren Familien ein. In vielen Fällen ist Beistand notwendig, da die Kosten für Besuchsfahrten oder Übernachtungen in Kliniknähe von den Kassen nicht übernommen werden. Wie bei Rebecca (Name geändert).

Schon im Alter von drei Monaten war klar, dass Rebeccas Leber nicht richtig arbeitet und sie irgendwann ein Spenderorgan benötigen wird. Mit vier Jahren wird ihr Gesundheitszustand bedrohlich und die Ärzte setzen das Mädchen auf die Warteliste. Im Februar dieses Jahres wird sie in einem Klinikum im Süden Deutschlands transplantiert, doch es gibt Komplikationen. Glücklicherweise rettet eine Re-Transplantation einen Monat später ihr Leben. Danach geht es Rebecca schnell besser.

Derweil haben ihre Eltern nicht nur mit der emotionalen Belastung durch ein Kind zwischen Leben und Tod zu kämpfen, sondern auch mit finanziellem Ballast. Denn die Familie lebt in einer anderen Stadt, mehr als 300 Kilometer vom Transplantationsklinikum entfernt, und unter erschwerten Bedingungen. Es kommt viel zusammen. Erstens: Mutter und Vater haben sich getrennt. Zweitens: Zwei Geschwisterkinder, sieben und ein Jahr alt, müssen betreut werden. Schließlich ist Geld mehr als knapp, man lebt von Hartz IV, Kindergeld und Unterhaltsvorschuss, da der Vater arbeitslos ist. Die Fahrten, um an Rebeccas Seite zu sein, fressen das wenige auf, was zum Leben bleibt. Diese Kosten werden nicht von der Krankenkasse übernommen. Und das betrifft sowohl den Vater als auch die Mutter. Zwar könnte das einjährige Nesthäkchen in die Krippe der Klinik, was eine andere Besuchsplanung möglich machen würde, aber auch hierfür gibt es keinen Kostenträger.

Eine zerfahrene Situation ist entstanden. Das Schlimmste: Weil Geld fehlt, ist nicht immer ein Elternteil bei Rebecca im Krankenhaus. Man muss nicht näher beschreiben, was das für ein krankes vierjähriges Kind bedeutet. Zwar verfügt die Station über eine Erzieherin, die sich um Rebecca kümmert, doch ersetzen kann sie Mutter oder Vater natürlich nicht. In dieser Situation schaltet sich der Sozialdienst der Klinik ein und nimmt Kontakt mit KiO auf. Mit finanzieller Unterstützung aus dem KiO-Hilfsfonds wird eine Regelung gefunden: Von Montag bis Freitag ist der Vater bei Rebecca in der Klinik, die Mutter kommt am Wochenende mit den beiden Geschwistern. Nun sind viele Fahrten möglich, die bisher nicht von der Krankenkasse erstattet, aber nun vom KiO-Hilfsfonds getragen werden, der sich aus Spenden füllt. Die Bahn- und Fernbus-Fahrscheine summieren sich schnell auf einen vierstelligen Betrag, aber darüber müssen sich Rebeccas Eltern nun nicht mehr den Kopf zerbrechen.

Bei KiO hat Antje Gutsche den „Hilfsfall Rebecca“ bearbeitet, immer wieder mit den Mitarbeitern des Klinik-Sozialdiensts gesprochen und mehrfach persönlich mit den Eltern. Antje Gutsche gehört seit 2004 zum Vorstand des gemeinnützigen und mildtätigen Vereins und ist selbst Mutter eines transplantierten Kindes. Sie sagt: „Neben der rein finanziellen Hilfe ist das offene Ohr genauso wichtig. Vielfach können wir aus dem KiO-Team den betroffenen Eltern wichtige Hinweise geben, sie im Umgang mit Ämtern und anderen Institutionen beraten oder an die passenden Fachleute verweisen.“

Antje Gutsche kann berichten, dass Rebecca einige Monate später fit aus der Klinik entlassen wurde. „Die Eltern sind in die Medikamentengabe und Verhaltensregeln für ihre transplantierte Tochter eingewiesen worden.“ Zudem schaue eine Familienpflegerin regelmäßig nach Rebecca, man müsse sich jetzt weniger Sorgen machen. „Ihr Leben“, sagt Antje Gutsche, „verläuft wieder einigermaßen normal.“



KiO greift Rebeccas Eltern unter die Arme