KiO Phone und andere Hilfen

04. November, 2015

Das KiO Phone, ein Beratungstelefon für organtransplantierte Kinder und Jugendliche, wird auch vom Unternehmen Astellas unterstützt. Im Oktober gaben KiO-Geschäftsführerin Eva Vogler, Schatzmeisterin Antje Gutsche und KiO Phone-Beraterin Olga Koifmann Astellas-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern in München einen Einblick in die Arbeit unseres Vereins und berichteten dabei auch von ihren persönlichen Erfahrungen mit organtransplantierten Kindern.

Für Familien kann die schwere Erkrankung ihres Kindes einen existentiellen Ausnahmezustand auslösen, berichtete Antje Gutsche. Vielfach gibt ein Elternteil den Beruf auf, um sich um das kranke Kind kümmern zu können. Erst in der Klinik, später auch zu Hause, wo der Alltag nicht selten auf den Kopf gestellt wird. Antje Gutsche ist selbst Mutter eines herztransplantierten Sohnes.


Vielen Kindern, und ebenso den Eltern und den Geschwistern, macht die neue Situation psychisch zu schaffen. Obendrein gilt: Krankheit kostet. Reisekosten zur Klinik des Kindes, der Wegfall eines Einkommens oder Renovierungen, um die Wohnung an die geänderten hygienischen Bedürfnisse anzupassen: All das reist schnell ein Loch in das Budget einer jungen Familie. „Es ist erschreckend, wie viele Familien in dieser Situation existentielle Not erfahren“, weiß KiO-Geschäftsführerin Eva Vogler. Hier hilft KiO. Finanziell aus einem Hilfsfonds, mit erlebnispädagogischen Seminaren und auch mit dem KiO Phone. Denn genauso wichtig wie die finanzielle ist die psychologische Unterstützung. Das KiO Phone bietet einen Ansprechpartner in schwierigen Situationen. Die Idee für die Beratungshotline wurde von transplantierten Jugendlichen in einem Workshop gemeinsam mit Astellas entwickelt.

„Wir stellen fest, dass für die Anrufer vor allem zählt, dass ihnen jemand zuhört“, berichtet Olga Koifmann. Sie berät die Ratsuchenden am KiO Phone. „Viele brauchen jemanden, der mit ihnen systematisch die Dinge ordnet, weil ihnen einfach alles über den Kopf wächst.“ Besonders häufig rufen junge Erwachsene an, die unsicher sind, wie sie mit ihrer Transplantation arbeitsrechtlich umgehen sollen. Aber auch viele Angehörige melden sich, um ihre Sorgen zu teilen.

Eva Vogler weiß, wie entscheidend die Hilfe von KiO sein kann: „Viele Familien fallen durch die Transplantation in ein Loch. Oft braucht es nicht viel, damit sie sich wieder daraus befreien können. Wichtig ist, dass im entscheidenden Moment jemand da ist und sagt: Ich helfe dir!“

Das Bild zeigt von links Olga Koifmann, Antje Gutsche, Karina Oppitz von Astellas und Eva Vogler.